{"id":1357,"date":"2018-12-11T13:03:33","date_gmt":"2018-12-11T12:03:33","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fue-blog.de\/?p=1357"},"modified":"2018-12-12T09:44:07","modified_gmt":"2018-12-12T08:44:07","slug":"1357","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fue-blog.de\/?p=1357","title":{"rendered":"F\u00fcnf Thesen zur Zukunft der Innovation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Deutschland hat beim Thema Innovation die weltweite Spitzenposition inne: Im <a href=\"http:\/\/www3.weforum.org\/docs\/GCR2018\/05FullReport\/TheGlobalCompetitivenessReport2018.pdf\">Global Competitiveness Report <\/a><\/strong><strong>2018 <\/strong><strong>des <a href=\"https:\/\/www.weforum.org\/\">World Economic Forum<\/a>, der vor wenigen Wochen im Oktober vorgestellt wurde, belegt Deutschland im Feld des Innovation Ecosystems den ersten Platz. Die Innovationsf\u00e4higkeit der Unternehmen in Deutschland und Europa ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. Es stellt sich dabei jedoch die Frage, wie diese Innovationsf\u00e4higkeit auch in Zukunft aufrechterhalten werden kann.<\/strong><\/p>\n<p>Um diesen Dialog anzufeuern, hat der Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung f\u00fcnf Thesen dazu aufgestellt, wie Innovation im Jahr 2030 aussehen wird.<\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"alignnone wp-image-1358\" src=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030.jpg\" alt=\"\" width=\"500\" height=\"221\" srcset=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030.jpg 888w, https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-300x133.jpg 300w, https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-768x340.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><\/p>\n<p>Diese Thesen leiten sich ab aus den wichtigsten Trends, die Innovationssysteme bis 2030 stark beeinflussen werden. Daraus ergeben sich nicht zuletzt Auswirkungen auf die Arbeit der Zukunft aus Sicht der Innovationsforschung. Die vier wesentlichen Trends sind Kooperation und Interdisziplinarit\u00e4t, Digitalisierung, Verf\u00fcgbarkeit von Wissen sowie Lernf\u00e4higkeit. Ihre besondere Relevanz zeigt sich insbesondere daran, dass sie nicht nur untereinander in engem Bezug oder sogar in Abh\u00e4ngigkeit voneinander stehen, sondern jeweils deutlichen Einfluss auf jede der f\u00fcnf Thesen haben. Somit werden sie die k\u00fcnftige Arbeit besonders stark pr\u00e4gen.<\/p>\n<h4>Kooperation und Interdisziplinarit\u00e4t<\/h4>\n<p>Die interdisziplin\u00e4re Verflechtung von Innovationssystemen steht in engem Zusammenhang mit der Kooperation von Akteuren, die an den Innovationsaktivit\u00e4ten der Zukunft beteiligt sein werden. W\u00e4hrend heute immer noch die meisten Innovationen in disziplin\u00e4r isolierten Forschungs- und Entwicklungsabteilungen (FuE) von Unternehmen entstehen, werden k\u00fcnftig deutlich mehr und unterschiedlichere Gruppen beteiligt sein. Bereits heute zeichnet sich der Wandel in Trends wie der Maker-Bewegung ab, bei der dank der breiteren Verf\u00fcgbarkeit von beispielsweise 3D-Druckern und Lasercuttern unterschiedlichste Zielgruppen wie B\u00fcrger, Studierende oder Sch\u00fclerinnen und Sch\u00fcler bef\u00e4higt werden, Prototypen und Produkte in einer f\u00fcr klassische Innovationssysteme undenkbaren Geschwindigkeit zu entwickeln. Daraus ergibt sich zudem eine verst\u00e4rkte Notwendigkeit, agile Methoden einzusetzen. Die Vision ist, dass sich k\u00fcnftig jede und jeder aktiv an Innovationsprozessen beteiligen kann. Dazu tr\u00e4gt die breitere Verf\u00fcgbarkeit von Wissen durch das Internet bei. Parallel ist aber auch ein kultureller Wandel hin zu agileren Organisationsstrukturen notwendig.<\/p>\n<h4>Digitalisierung<\/h4>\n<p>Eines der wesentlichsten Merkmale der Digitalisierung ist die nie zuvor gesehene Verf\u00fcgbarkeit von Daten. Sie bilden die Grundlage f\u00fcr die Weiterentwicklung und Optimierung von Produkten und L\u00f6sungen. Bereits heute zeichnet sich ein immer st\u00e4rkerer Trend zur Automatisierung von Optimierungsprozessen ab: So flie\u00dfen beispielsweise die automatisch r\u00fcckgekoppelten Informationen aus der Nutzungsart von Smartphone-Apps in die Produktspezifikation des folgenden Updates ein. K\u00fcnftig wird analog dazu deutlich weniger Aufwand in die (manuelle) Suche nach und Identifikation von Verbesserungspotenzialen gesteckt. Der Schwerpunkt verlagert sich auf die Auswertung von automatisch erhobenen Daten. Auf diese Weise wird menschliche Kreativit\u00e4t gezielt st\u00e4rker auf tats\u00e4chliche, radikale Innovationen gerichtet, anstatt auf inkrementelle Innovationen, die von direkten Kundenw\u00fcnschen oder Fehlbedienungen ausgel\u00f6st werden.<\/p>\n<h4>Verf\u00fcgbarkeit von Wissen<\/h4>\n<p>Besonders im wissenschaftlichen Kontext, wie der Kulturwandel hin zu Open Science und Open Access verdeutlicht, wird zunehmend sichergestellt, dass das in Forschung und Projekten erhobene Wissen frei zug\u00e4nglich ist und breiter zur Verf\u00fcgung steht. Dadurch verlagert sich auch der Schwerpunkt: Weniger der Erwerb von Wissen steht hier im Zentrum, sondern dessen zielgerichtete Auffindung und Anwendung in verschiedenen Feldern. Somit steht das Know-how auch den erweiterten Zielgruppen, die sich k\u00fcnftig an Innovation beteiligen werden (vgl. Kooperation und Interdisziplinarit\u00e4t), zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<h4>Lernf\u00e4higkeit<\/h4>\n<p>Aus der steigenden Bedeutung kooperativer Innovation ergeben sich neue Anforderungen an die Lernf\u00e4higkeit der beteiligten Akteure. So erfordert etwa die Digitalisierung, die Arbeitsmethoden h\u00f6chst unterschiedlicher Disziplinen wie beispielsweise IT und Maschinenbau aufeinander abzustimmen. Voraussetzung daf\u00fcr ist das Erlernen dieser disziplinen\u00fcbergreifenden Zusammenarbeit. Nur so l\u00e4sst sich gew\u00e4hrleisten, dass Unternehmen gemeinsam mit vielen anderen Akteuren neue Ideen und Ans\u00e4tze entwickeln k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Download des Impulspapiers zu Innovation im Jahr 2030: <a href=\"http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030\">http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030<\/a> (auf EN: <a href=\"http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030-en\">http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030-en<\/a>)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.academy.fraunhofer.de\/de\/veranstaltung\/veranstaltungen\/open-discussion-2018.html\">Open discussion der Fraunhofer Academy am 12. Dezember 2018<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.innovation.fraunhofer.de\">Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/youtu.be\/swcUsexbWnM\">Thesen in einer Zeitreise kurz vorgestellt<\/a><\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><a href=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/?page_id=20\">Sven Schimpf<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Deutschland hat beim Thema Innovation die weltweite Spitzenposition inne: Im Global Competitiveness Report 2018 des World Economic Forum, der vor wenigen Wochen im Oktober vorgestellt wurde, belegt Deutschland im Feld des Innovation Ecosystems den ersten Platz. Die Innovationsf\u00e4higkeit der Unternehmen in Deutschland und Europa ist ein wichtiger Wettbewerbsfaktor. 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