{"id":1445,"date":"2020-10-24T11:19:40","date_gmt":"2020-10-24T09:19:40","guid":{"rendered":"https:\/\/www.fue-blog.de\/?p=1445"},"modified":"2020-10-24T11:24:31","modified_gmt":"2020-10-24T09:24:31","slug":"finanzierung-toilettenpapier-covid-19-und-innovation-der-zukunft","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.fue-blog.de\/?p=1445","title":{"rendered":"Innovationsfinanzierung = Toilettenpapier? <br>Covid-19 und die Zukunft der Innovation"},"content":{"rendered":"<p><strong>Vor 2 Jahren hatten wir im Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung f\u00fcnf Thesen aufgestellt, wie Innovation sich bis zum Jahr 2030 weiter entwickeln wird. Obwohl seit SARS relativ klar war, dass eine Pandemie eine m\u00f6gliche zuk\u00fcnftige Entwicklung sein k\u00f6nnte, hatten wir dies nicht explizit zu den wichtigsten innovationssystemrelevanten Trends bei der Entwicklung der Thesen hinzugenommen. Nun scheint ein guter Zeitpunkt um sich Gedanken zu den Auswirkungen von Covid-19 auf die Zukunft der Innovation zu machen&#8230; <\/strong><\/p>\n<figure id=\"attachment_1448\" aria-describedby=\"caption-attachment-1448\" style=\"width: 888px\" class=\"wp-caption alignnone\"><a href=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-2.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-1448 size-full\" src=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-2.jpg\" alt=\"\" width=\"888\" height=\"393\" srcset=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-2.jpg 888w, https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-2-300x133.jpg 300w, https:\/\/www.fue-blog.de\/wp-content\/uploads\/5-Thesen-fuer-Innovation2030-2-768x340.jpg 768w\" sizes=\"auto, (max-width: 767px) 89vw, (max-width: 1000px) 54vw, (max-width: 1071px) 543px, 580px\" \/><\/a><figcaption id=\"caption-attachment-1448\" class=\"wp-caption-text\">Covid-19 und die f\u00fcnf Thesen f\u00fcr Innovation im Jahr 2030. Beschreibung der Thesen im Impulspapier des Fraunhofer-Verbunds Innovationsforschung (http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030)<\/figcaption><\/figure>\n<p>F\u00fcr die Entwicklung der Thesen f\u00fcr Innovation im Jahr 2030 wurden die wichtigsten innovationssystemrelevanten Einflussfaktoren ber\u00fccksichtigt.\u00a0 M\u00f6gliche Ereignisse wie den Ausbruch einer Pandemie hatten wir dabei in den Projektionen nicht explizit ber\u00fccksichtigt (Hierzu sei auf entsprechend orientierte Zukunftsstudien verwiesen, wie bspw. Studie &#8222;<a href=\"http:\/\/publica.fraunhofer.de\/dokumente\/N-266541.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pandemische Influenza in Deutschland 2020<\/a>&#8222;, die 2013 vom Fraunhofer INT erstellt wurde.)<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>Zu den Einflussfaktoren, die wir auf Basis einer Systemanalyse durch die Clusterung priorisiert hatten, geh\u00f6rt die digitale Transformation verbunden mit einer steigenden Digitalisierung, eine Verbreiterung der Akteursbasis, die steigende Verf\u00fcgbarkeit von Wissen, eine Weiterentwicklung hin zu integrierten und hybriden L\u00f6sungen und eine steigende Komplexit\u00e4t als Rahmenbedingung.<\/p>\n<p>Mit Hinblick auf die Auswirkungen von Covid-19 sticht nat\u00fcrlich sofort die <strong>digitale Transformation<\/strong> ins Auge. Die Entwicklung der digitalen Transformation wurde durch die Pandemie, die h\u00e4ufig auch als Digitalisierungs-Booster bezeichnet wird, beschleunigt. These 3\u00a0 wird daher deutlich st\u00e4rker in den Fokus ger\u00fcckt, ein durchg\u00e4ngig digitalisierter Innovationsprozess bereits vor 2030 Realit\u00e4t werden.<\/p>\n<p>Auf die Verbreiterung der <strong>Akteursbasis<\/strong> scheint die Pandemie unterschiedliche Auswirkungen zu haben. Einerseits werden pers\u00f6nliche Treffen und damit die von uns gewohnte Art der Zusammenarbeit erheblich erschwert. Anderseits erleichtert die Verbreitung digitaler Kollaborationsl\u00f6sungen die zeitlich und \u00f6rtlich unabh\u00e4ngige Zusammenarbeit. Je nachdem, wie sich Unternehmen auf die Nutzung dieser L\u00f6sungen auch in fr\u00fchen Innovationsphasen einlassen wird sich die Pandemie, auf die in These 1 beschriebene Offenheit von Innovationsprozessen auswirken. Nach der bisherigen Entwicklung im Rahmen der Pandemie ist die Akteursbasis seit dem Ausbruch von Covid-19 deutlich zur\u00fcckgegangen.<\/p>\n<p>Die aktuellen Entwicklungen deuten auf eine weitere Steigerung der <strong>Verf\u00fcgbarkeit von Wissen<\/strong> hin. In gef\u00f6rderten Forschungsaktivit\u00e4ten ist der Trend hin zu Open Science ungebremst, auch ein gesellschaftlicher Trend in diese Richtung zeichnet sich fort. F\u00fcr Unternehmen allerdings spielt der Einsatz von Schutzrechten im Rahmen der Krisensituation und unter Ber\u00fccksichtigung einer derzeit steigenden Abschottung zwischen globalen Regionen eine steigende Rolle.<\/p>\n<p>Bei der Entwicklung mit Hinblick auf <strong>integrierte L\u00f6sungen<\/strong> l\u00e4sst sich dagegen nur schwer eine Auswirkung erkennen. Hier scheint es sich abzuzeichnen, dass der Trend von Produkten und Dienstleistungen hin zu integrierten und hybriden L\u00f6sungen weiter fortschreitet.<\/p>\n<p>Die <strong>Komplexit\u00e4t<\/strong> des Innovationsprozess steigt durch die Rahmenbedingungen von Covid-19 derzeit deutlich an. Es gilt neue Formen der Zusammenarbeit zu finden, das Partnernetzwerk mit Hinblick auf resiliente Innovationsaktivit\u00e4ten zu erweitern und Chancen und Risiken, die sich mit recht hoher Geschwindigkeit im Rahmen der Krise ergeben haben zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p>Ein m\u00f6glicher Effekt der Pandemie als Form er Unsicherheit betrifft vor allem Unternehmen: hier zeichnet sich ab, dass Investitionen in das Thema Innovation eine der Einsparungsma\u00dfnahmen darstellen, die wenig bis gar keine kurzfristigen Effekte haben. Mit Hinblick auf die langfristige Wettbewerbsf\u00e4higkeit und die Aufrechterhaltung von Innovationen als Wettbewerbsfaktor gilt es dies zu vermeiden und eher die ein oder andere verf\u00fcgbare Ressource zu nutzen, um die Innovationskraft zu st\u00e4rken und neue Herausforderungen aktiv anzugehen.<\/p>\n<p><strong>Weitere Informationen:<\/strong><\/p>\n<ul>\n<li>Download des Impulspapiers zu Innovation im Jahr 2030: <a href=\"http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030\">http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030<\/a> (auf EN: <a href=\"http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030-en\">http:\/\/s.fhg.de\/innovation2030-en<\/a>)<\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/www.academy.fraunhofer.de\/de\/veranstaltung\/veranstaltungen\/open-discussion-2018.html\">Open discussion der Fraunhofer Academy am 12. Dezember 2018<\/a><\/li>\n<li><a href=\"http:\/\/www.innovation.fraunhofer.de\">Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung<\/a><\/li>\n<li><a href=\"https:\/\/youtu.be\/swcUsexbWnM\">Thesen in einer Zeitreise kurz vorgestellt<\/a><\/li>\n<li>Studie &#8222;<a href=\"http:\/\/publica.fraunhofer.de\/dokumente\/N-266541.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pandemische Influenza in Deutschland 2020<\/a>&#8222;, die 2013 vom Fraunhofer-Institut f\u00fcr Naturwissenschaftlich-Technische Trendanalysen INT<\/li>\n<\/ul>\n<p style=\"text-align: right;\"><em><a href=\"https:\/\/www.fue-blog.de\/?page_id=20\">Sven Schimpf<\/a><\/em><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vor 2 Jahren hatten wir im Fraunhofer-Verbund Innovationsforschung f\u00fcnf Thesen aufgestellt, wie Innovation sich bis zum Jahr 2030 weiter entwickeln wird. 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